Für unsere diesjährige Motorradtour haben wir uns die Oberitalienischen bzw. insubrischen Seen als auch das Piemont und das schweizerische Tessin ausgesucht. Bei unserer Herbst-Motorradtour 2026 wollen wir über Tirol, die Schweiz, die Lombardei und Piemont ins Aostatal. Es stehen interessante Touren zum Gran Paradiso Nationalpark als auch zum Colle de Nivolet auf über 2.600m an. Weiter wollen wir die insubrischen Seen mit ihren z.T. historischen und geschichtsträchtigen Orten wie Locarno (Vertrag von Locarno im Oktober 1925 mit der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund u. a.), Comersee (Plinius der Jüngere besaß hier Villen) besuchen

19.09.2026, Samstag

Ab Hörgering ging es nach Aufpacken unserer Klamotten und des Reiseproviants auf den fliegenden Teppich um 09:30 los. Über Irschenberg, Miesbach, Penzberg, Eschenlohe nach Ettal, wo wir uns bei der Ettaler Mühle mit meinem Motorrad-Kumpel Jürgen aus Nürnberg trafen. Von weiter über den Ammerwald, Plansee, das Namlostal zum Hahntenjoch, zurück nach Reutte und über Pfunds nach Nauders. Tolle Strecken mit unzähligen Kurven bei Bilderbuch-Herbstwetter. Die Übernachtung im Hotel Bergkastelblick in Nauders hat Evi schon im Voraus gebucht.




20.09.2026, Sonntag,
nach einem recht ordentlichen Frühstück im Hotel Bergkastelblick machten wir uns über die Schweiz auf den Weg nach Oberitalien. Der erste Halt war am St. Moritz See. Anschliessend ging es über den aberwitzigen Maloja Pass über Novate Mezzola nach Domaso am Comer See. Über Azzate und Varese ging es dann zu unserer Unterkunft B&B La Folaga in Gavirate am Lago di Varese, wo uns ein etwas betagter aber fitter älterer Signore in Empfang nahm. Ein Abendmahl im, vom Vermieter empfohlenen, Ristorante Vecchio Ottocento rundeten unseren Tag ab.





21.09.2026 Montag
nach einem typisch italienischen Frühstück machten wir uns als erstes auf, den Sacro Monte“, den heiligen Berg zu erklimmen, den wir gestern schon auf der Anfahrt zu unserer Unterkunft in Gavirate erblickt hatten. Leider hat uns das Google Navi einen Streich gespielt und uns in eine völlig falsche Richtung dirigiert, sodass wir erst nach etlichen Umwegen unser Ziel, den Sacro Monte mit dem Weltkulturerbe Santuario di Santa Maria del Monte, erstspät am Vormittag erreichten. Das Santuario di Santa Maria del Monte geht auf den Hl. Ambrosius zurück, stammt ursprünglich aus dem 5. Jahrhundert und ist dem karolingischen-Ottonischen Zeitalter zuzurechnen. Es wurde im 15. als a uch im 17. Jahrhundert erheblich erweitert und architektonisch „angepasst“. Das Heiligtum ist eines der ältesten und wichtigsten Zentren der Marienfrömmigkeit in der Lombardei. Insegsamt ist es die oberste, 15. und damit letzte Kapelle des gesamten Komplexes des Sacro Monte und weithin sichtbar durch seine exponierte Lage oberhalb von Varese.





Als nächsetes Ziel hatten wir Lugano am Luganersee auf unserer Agenda. Wie alle der grösseren Seen in der schweizerisch-italienischen Region, ist auch der Luganersee von Bergen umrahmt. Über schön geschwungene Strassen, erreichten wir bei ca. 30 Grad Lufttemperatur Lugano.


Bei etwas diesigem Wetter fuhren wir am Nachmittag wieder zurück zu unserer Interkunft in Gavirate um erneut den Abend im Ristorante Vecchio Ottocento abzurunden.
22.09.2026, Dienstag
nach unserem Frühstück luden wir unser Gepäck auf die Bikes. Über sehr kurvenreiche Strassen fuhren wir über Bornate nach Portula und erreichten schliesslich Rosazza. Auf dem Weg dorthin kamen wir durch Castello und staunten über imposante Industriebauten mitten in der Provinz. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir, dass es sich um die weltberühmte Firma Ermenegildo Zegna handelt. Zegna ist der Hersteller von Stoffen für die High-End-Herrenmodeindustrie. In Rosazza suchten und fanden wir ein winziges Caffee. Nach Start unserer Bikes wurden wir aber gewahr, dass durch die schmale Hauptstrasse ein Almabtrieb stattfindet. Kurzerhand stoppten wir und liessen die nahezu endlose Karawane aus Schafen, Hitenhunden, Ziegen und Esel an uns vorbeiziehen.








Nach dem Almabtrieb der mehreren hundert Schafe, Ziegen und Esel durch Rosazza ging es weiter Richtung Oropa. Bei der Planung wollte das Navi diese Strecke nicht fahren, weil partiell gesperrt. Wir fragten bei den Einheimischen nach und erfuhren, dass die Strecke für PKW jetzt zwar befahrbar aber sehr schmal ist. Also los, ab nach Oropa. Die Strasse ist lediglich 2,3m breit, aber mit einem Bike leidlich zu befahren. Uns begegneten die ersten Kilometer auch nur Radfahrer und ein kleines Aute, an dem wir uns vorbeischlängelten. Nach etwa 6 km wurde die schmale Strasse dann sehr kurvig und steil, so dass ich Mühe hatte, in den sehr engen Radien mit meiner Maschine mit dem Lenkwinkel zurecht zu kommen. Wir brauchten z.T. den gesamten Kurvenaussenradius. Bei einer sehr steilen Auffahrt zur nächsten Kehre wollten wir gerade nach links einlenken, als es im Westen plötzlich sehr dunkel wurde und wir vor der Ladeschaufel eines grossen Radladers standen. Beim Gaming spricht man wohl vom Endgegner. Jetzt war guter Rat teuer. Rechts von uns fast senkrechtes Gelände nach oben und ein tiefer Strassengraben, links der Strasse ein fast senkrechter Abhang zur darunter liegenden Strasse. Ich rangierte mit dem vollgeladenen Bike und uns darauf, so weit nach rechts wie möglich, der Radladerfahrer mamövrierte den Lader soweit wie möglich nach links. Zwischen der über 2 m breiten Laderschaufel und Strassengraben war weniger als 1m Platz, vorsichtig balancierte ich hindurch, Jürgen folgte mir mit seinem etwas schmaleren Bike. Yes, das Kamel ging durch’s Nadelöhr. Wir folgten der Strasse weiter Richtung Oropa. Nach Durchquerung eins unbeleuchteten, sehr holperigen Tunnels ging es dann durch einen Bergwald bergab Richtung Kloster. Plötzlich öffnete sich der Bergwald und gab den Blick auf eine gewaltige Kirche frei.






23.09.2026, Mittwoch
nach einem etwas rudimentären Frühstück in Ristorante La Gusteria in Ivrea fuhren wir aus der Altstadt Richtung Salto und Monteplano, um den Anstieg über unzählige Kurven zum Colle del Nivolet anzugehen, welchen wir kurz vor Mittag erreichten. Auf der Strecke nach oben erblickten wir etliche Seen und stellten fest, wenig Wasser. Auf der Passhöhe bot sich uns eine Szenerie wie in einem Science Fiction Film. Soweit man blickte, überall trockener, grauer Fels und beigebraune Gesteinswüste.






Auf dem Rückweg vom Hochgebirge beschlossen wir, den geplanten Trip zum Gran Paradiso Nationalpark auf den morgigen Tag zu verschieben, da wir dann das Tal in der Dämmerung anzufahren hätten. Der Rückweg führte uns erneut zurück nach Ivrea und dan über die Autostrada A5 Richtung unserer heutigen Unterkunft Albergo La Meridiana in Saint-Pierre im Aostatal. Abends rundeten wir den Tag mit einem Abendmahl in der Pizzeria Dal Fornaro del Castello ab.


24.10.2026, Donnerstag
nach einem frühen Frühstück in der Albergo La Meridiana packten wir erneut unsere Siebensachen und fuhren Richtung Gran Paradiso Nationalpark, welchen wir dann gegen 10;30 erreichten. Bei der Rückfahrt Richtung Aostatal hat Evi 2 Murmeltiere direkt am Strassenrand erblickt.






25.10.2026, Freitag








26.09.2026, Samstag