Hallo Leute, neugierig?

Dies sind meine ersten Gehversuche als Blogger. Werde mich wohl Schritt für Schritt auf mir unbekanntes Terrain wagen, um euch an Teilen meiner Lebens-Reise teilhaben zu lassen. Ende nächster Woche geht es ab in die Pyrenäen, quer durch ganz Frankreich. Über diesen Trip werde ich euch auf dem Laufenden halten, so long.

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Hallo lieber Besucher, die Planungen schreiten voran. Anhand Internet Recherche, Streckenverlauf, Sehenswürdigkeiten etc., ist die Route fertig. Sauberer Schlauch, wow. Am Wochenende kümmere ich mich um Verpflegung, Unterkunft und Hygiene. So long.

Hallo lieber Besucher, die Vorbereitungen sind fast abgeschlossen. Habe bereits die Hinreise-Übernachtungen bei den französischen Chambre d’Hots angefragt. Morgen kümmere ich mich um die Unterkunft in den Pyrenäen. Mal sehen, ob ich vernünftige Unterkünfte auftreiben, oder bei den Geiern übernachten muss ;-).

Blogeintrag vom 16.06.2018 Wird nachgetragen (irgendwie verschwunden)

Blogeintrag vom 16.06.2018

Am Morgen um 7 ging’s los.

Erste Etappe war München, Landsberg mit Ziel Lindau.

Dort gab’s direkt am Hafen im Hotel Bayerischer Hof einen… Richtig, Cappucchino.

Die weitere Fahrt führte über den Südschwarzwald nach Freiburg.

Dort musste zur Stärkung der weiteren Fahrt ebenfalls eine leckere Sahnetorte und…? Richtig, erneut ein Cappucchino als Kalorienreserve genommen werden (keine Angst, ich halte mein Gewicht trotzdem)

Freiburg, Stadtmitte, Hotelcafe.

Jetzt zum weniger erfreulichen Teil der Reise. Nach Ankunft in der Nähe der geplanten Herberge, dachte ich, jetzt solltest langsam die Unterkunft aufsuchen. Hast ja auf’m Handy gespeichert. Aber Handy war leider leer. Da ich auch keine Buchungs-bestätigung erhalten hatte und das Handy am Ersatzakku hing, fuhr ich aufs Geradewohl los in Richtung der nächstgrösseren Stadt. Das Bike-Navi findet nur Tankstellen aber keine Hotels. Nach einer Weile kamen mir Zweifel, ob ich in der korrekten Richtung unterwegs war. Eine Überprüfung ergab… Nein. In Anbetracht der Uhrzeit 19:30, entschloss ich mich, nach Besancon zu fahren, im Eiltempo (die französische Polizei war wohl anderweitig abgelenkt, die hätten sonst womöglich die Laserpistole fallen lassen ;-)). Um 20:30 fand ich noch ein Hotel an einer Ausfsllstraße in Besancon.

Blogeintrag vom 17.06.2018,

Der Tag begann in Besancon wolkenverhangen, relativ kühl und regnerisch.

Nach einem durchaus ansprechenden Frühstück wollte ich eigentlich schon Richtung Vichy fahren, als ich mich kurzerhand doch noch entschloss, Monsieur Vaubans Festung oberhalb der Flussschleife der Doubs in Besancon zu besichtigen. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Die Citadel ist sehenswert. Übrigens ist Vauban verantwortlich, dass es 2 Breisach’s gibt, Breisach und Neuf Brisach, im Frieden von Rijswijk 1697 mußte Ludwig XIV. die Festung Breisach an Österreich zurückgeben, Vauban baute kurzerhand ein paar Kilometer entfernt einfach eine neue Festung

Nach einer unspektakulären Autobahnetappe und viele Kilometer Landstraße kam ich nach Vichy. Das Umfeld ist sehr ländlich geprägt.

Vichy, an der Allier gelegen, macht heute einen sehr lebhaften Eindruck. Es gab irgendein Fest zu feiern und die gesamte Stadt war auf den Beinen. Die Stadt hat durch heisse Quellen eine alte Bade- und Kurenkultur, welche sich auch in der Architektur aus dem XIX. Jahrhundert niedergeschlagen hat.

So hat z.b. Napoleon III hier inkl. Entourage in 6 baugleichen Häusern neben dem Kurgarten eine Weile residiert.

Insgesamt eine sehr lebendige, pulsierende Stadt mit Geschichte.

Woher ich dass weiss? Von meinem männlichen Vermieterpaar. Ich hab das Haus und die Einrichtung gesehen und den beiden auf den Kopf zugesagt, dass einer von beiden oder beide Architekten sein müssen. Verblüffte Antwort, Ja.

Nach einem ausgiebigen Gang durch die Stadt gab’s…? Richtig, einen Espresso und später neben der Trinkhalle im Park noch einen leckeren Käsesalat mit 4 verschiedenen französischen Käsesorten auf Blatt- und Tomatensalat. So dass war’s für heute. Morgen mehr, so long.

Blogeintrag vom 18.06.2018

Heute morgen habe ich königlich gefrühstückt. Auf klassischem Gestühl an einer gräflichen Tafel, einfach klasse. Die Architekten halt.

Anschließend ging’s, ebenfalls wieder bei regnerischem und windigen Wetter, von Vichy ins Perigord, der armen Puppenstube Frankreichs.

Bei der Ankunft sah ich eine Burg. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich die Burg als Kirche St. Martin. Dort steht der Pfarrer vermutlich geharnischt auf der Kanzel.

Nach Ankunft bei der Herberge

(kein Vergleich mit Vichy, viel einfacher aber sauber) wurde mir Limeuil empfohlen, lt. den Einheimischen die typischste und am wenigsten veränderte Ortschaft im Perigord. Die Tochter spricht ein fast akzentfreies Englisch. Als ich fragte woher sie das so gut kann, antwortete sie, dass ihre Cousine Kanadierin sei und sie häufig mit dieser telefoniere. Im Gegensatz dazu spricht ihr Bruder, der in England studiert, zwar gutes Englisch, aber mit deutlichem französischen Akzent.

Sieht schon sehr mittelalterlich aus, Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Du meinst, aus dem nächsten Haus kommt dir jetzt gleich Asterix entgegen. Die Stadt liegt malerisch am Zusammenfluss von Vezere und Dardogne und zieht sich an einem Bergrücken empor.

Auf dem Rückweg habe ich noch die Abtei von Cadouin besucht, ebenfalls Mittelalter, XII. Jahrhundert.

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Nach einem kleinen Diner an einer typisch französischen Bar in Le Buisson de Cadouin

habe ich den Heimweg angetreten und sitze jetzt im Garten und schreibe diesen Blog. Näheres morgen, Bonsoir

Blogeintrag vom 19.06.2018

Nach einer erholsamen Nacht ging’s heute ans „Höhlenfrorschen“. Durch die besondere Karststruktur der Gegend gibt es hier viele Höhlen. Als erstes habe ich den Gouffre de Proumeyssac besucht. Eine attraktive Tropfsteinhöhle, 60 m hoch.

Anschließend bin ich 80 km nach Padirac gefahren. Nur Kurven, bin im Prinzip in wechselnden Schräglagen gefahren, mindestens 60 km der Strecke.

Einfach geil. Der Gouffre de Padirac ist sensationell, in jeder Hinsicht. Von oben ist er bereits von aussen spektakulär, durch ein 35m Loch mit ca. 60m Tiefe. Richtig erforscht hat ihn Edouard Martel 1889, bekannt war er aber schon seit dem XIII. Jahrhundert.

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Unten geht’s erst richtig los. Hier gibt es einen unterirdischen Fluss, den man mit einem (zur Hauptsaison haben die ca. 20) Boot 500m weit befahren kann. Der Fluss hat bis zu 80m hohe Hallen ausgespült. Der Salle du grand Dome ist der Höhepunkt. Er ist vom Flussgrund fast 100m hoch. Vom unterirdischen Flusssystem sind ca. 40 km erforscht. Professionelle Höhlentaucher haben die 19 km bis zum Austritt durchtaucht. Da darf nix schief gehen.

Nach der Rückkehr ans Tageslicht gab es eine Stärkung, mit Salat, Stopfleber und Entenbrust.

Da mich meine Galle vorgewarnt hatte, habe ich die fetten (und eigentlich besten) Teile entfernt. Ich möchte ja ruhig schlafen ;-). So, nach dem obligaten Cafe machte ich mich auf den Heimweg, 60 km Kurven ;-)))).

Wie der Zufall so will, sah ich plötzlich ein Schild mit der Aufschrift „Rocamadour“ und dem Zeichen für historische Sehenswürdigkeit. Die 5km für ne alte Burg nimmst noch schnell mit. Als ich in den Ort einfuhr weit und breit keine Burg, nur so in 2 km eine Kleine. Gut, nimmst halt die.

Beim Näherkommen tut sich plötzlich eine Felsenschlucht auf und ich sehe eine optische Offenbahrung und bleibe stehen. Eine Stadt an und in den Fels gebaut. Auf das Bike springen und den nächsten Weg ins Tal suchend, war eins. Unfassbar, was die Franzosen im XI./XII. Jahrhundert geleistet haben.

Natürlich darf hier nichts aus dem Kuriosenksbinett fehlen.

Er bewacht die Süßigkeiten der Ritter. Was es mir aber besonders angetan hatte, war die englische Erklärung beim Tor in der Stadtmitte. Der Übersetzer hatte wirklich Humor.

Rocamadour scheint früher ein berühmter Pilgerort gewesen zu sein. Es gibt dort eine schwarze Madonna.

Möglicherweise ist es so, dass die besten Dinge unverhofft und immer zum Schluss kommen. So das war’s für heute. Morgen geht’s in die Pyrenäen. Bonne Soire.

Blogeintrag vom 20.06.2018

Nach dem sehr französischem Frühstück, es gibt im Prinzip schwarzen Cafe, wer mag, mit Milch, Baguette und Croissant, dazu Marmelade. Nach dem Zusammenpacken bin ich los, Richtung Tolouse. Unterwegs will ich grad die kurvigen Feinheiten der französischen Landstrassen geniessen, als links von mir eine Bilderbuch-Burg auftaucht. Die musst du dir unbedingt ansehen, ging’s mir durch den Kopf. Gedacht, getan.

Nachdem ich Jolante am Burgtor angebunden hatte, musste ich mir die Burg natürlich ansehen.

Es handelt sich tatsächlich um Castelnaud-le-Chapelle, mit die berühmteste Burg im ganzen Perigord. Was für ein Glück. Lt. Reiseführer gibt es im Perigord ca. 1000 Burgen. Der Burgherr stand scheinbar immer auf der falschen Seite. Zur Zeit der Kreuzzüge stand er auf Seite der Katharer, im Hundertjährigen Krieg auf der Seite Englands und im 30 Jährigen Krieg auf Seiten der Protestanten. Widerspenstige Familie.

Ebenfalls pittoresk, wie das Meiste im Perigord. Unten sind die ehemaligen Fernwaffen der Ritter zu sehen, mehrere Trebuchets (französische Erfindung), die bis zu einen halben Kilometer weit, ziemlich große Steine oder Kadaver auf Wehranlagen des Gegners schleudern konnten. In Sichtweite der Burg sieht man die Burg vom feindlichen Vetter.

Unten ist die Nachfolgewaffe zur Burgbelagerung zu sehen, nach Erfindung des Schiesspulvers. Eine sogenannte Bombarde.

Der Rest der Reise führte wieder über französische Landstraßen und Autobahnen nach Laruns.

Da ist ja das Ziel der Reise. Die haben tatsächlich noch Schnee da oben!

Für heute habe ich mich in einem Apartement im Camping Ressort eingemietet. Die Preise sind gepfeffert, lieber Scholly.

Auf dem Marktplatz gab’s jetzt noch ein leckeres Abendmahl aus regionalen Zutaten. Der spanische Einfluß ist schon erkennbar, war eine Chorizo dabei.

Diesmal gibt es sogar Musikuntermahlung, in der Bar gegenüber singt gerade ein Männerchor (vermutlich Bergsteigerlieder), bei uns kam fast gleichzeitig Child in Time von Deep Purple aus der Soundanlage. Dreimal dürft ihr raten, was mir besser gefiel ;-). Jetzt konkurieren die Bergsteiger gerade mit Alvin Lee, können aber auch da nicht mithalten. Nun kommt zum Nachtisch noch Chreme Brule.

So das wars für heute, werde mich dann auf den 15min dauernden Fuß-Heimweg zum Campingplatz machen. So long.

Blogeintrag vom 21.06.2018

Da es in der Campinganlage leider kein Cafe gibt, wollte ich in Laruns frühstücken. Fehlanzeige, um die Uhrzeit. Die einen hatten Cafe aber keine Croissants, beim Bäcker war’s grad umgekehrt.

Nach separatem Genuss derselben, bin ich dann los. Pyrenäen ich komme!

An der Strecke habe ich da einen smaragfarbenen Gebirgsbach gesehen, der mich zu einem mehrfachen, sehr kalten, Fußbad einlud.

Nach Weiterfahrt und einem kurzen Zwischenstop kurz vor und auf der Passhöhe am Pourtalet (gleichzeitig spanischen Grenze), habe ich beim 2. Cafe 2 Holländer getroffen

Im Gespräch kamen wir auf die Unterkunft zu sprechen. Die beiden wohnen im Hotel Turmo in Labuerda, welches aus Gesichtspunkten Preis/Leistung zu empfehlen sei. Da es fast auf meiner Strecke liegt, bin ich da hin, zwischendurch gestoppt von einer spanischen Kuherde mit mit mindestens 80 Köpfen (die laufen auf einer 3 spurigen Strasse, da schüttelst nur noch den Kopf) und hab ein Zimmer für 2 Nächte bekommen. Preis incl. Frühstück und Abendessen so wie Garage 58 EUR/Tag. Da kannst in Frankreich nur davon träumen. Habe hier auch getankt, 1,30 für Super, in Frankreich für 1,70. Habe mich mit den Holländern um 20:30 zu Essen vereinbart. Was habe ich am Nachmittag gemacht?

Ja….Kurvenräubern (mit erneut tierischen Hindernissen), über die französische Grenze und zurück. Die mittlere Reifen- Laufflächen wurden selten beansprucht ;-))) Zur Belohnung gab’s dann eine kühle Blonde. Für morgen haben mir die Holländer eine Navi-Route aufs TOM TOM übertragen. Zwei Schweden am Nachbartisch meinten, mein Englisch sei für einen Deutschen ziemlich gut, ob ich denn in England lebe?

So, das war der Wasserstand für heute. Weiteres morgen im Laufe des Tages. Buenas Noches.

NACHTRAG: unglaubliche Landschaft, viel unberührter und weniger erschlossen als die Alpen.

Blogeintrag vom 22.06.2018

Nach einem ordentlichen, jetzt spanischen, Frühstück bin ich los. Die, von Marc & Marc, so heißen die beiden sympathischen Holländer,

erarbeitete Route, führte mich als Erstes nach Süd-Westen nach Graus (den Ort gibt’s wirklich, dort stach mir eine Steinbrücke ins Auge). Natürlich waren erneut Hindernisse zu bewältigen. Diesmal war’s ein Caterpillar Bagger, der ohne Vorwarnung kurz nach einem gekrümmten Straßentunnel mit großen Steinen hantierte.

Römische Steinbogenbrücke über den Esera

Weiter ging’s nach Südwesten. Dort tauchte dann der Ort Benabarre samt Burg auf. Z.T. modifizierte Bauweise im Gegensatz zu den französischen Burgen.

Als ich schon dachte, die beiden M&M’s wollen mich mit der Streckenführung auf den Arm nehmen, ging’s los, aber richtig. Kurve um Kurve um Kurve um Kurve…..

Unterwegs stieß ich noch auf eine interessante Gesteinsformation, die eine komplett andere Struktur aufweist, wie das umgebende Gestein. Es handelt sich um einen sogenanntem Gletscherschliff, bei dem der Gletscher mit eingelagerten Gestein und dem ungeheurem Druck die unterhalb liegende Gesteinsschicht „abschleift“.

Weiter ging’s über eine Anzahl weiterer Passhöhen, tiefe Taleinschnitte, zerklüftete Canyons, zurück nach Ainsa.

Heute habe ich tatsächlich einen Adler gesehen. Beim Passieren einer langgezogenen Rechtskurve kam von Rechts ein ziemlich großer, brauner Raubvogel mit hoher Geschwindigkeit und angewinkelten Flügeln an und verschwand Links hinter der Leitplanke, geschätzte Flügelspannweite ca. 1.5 – 1,8 m. Abends fand mit Marc und Marc nach dem Abendessen noch ein kleiner Umtrunk und die Verabschiedung statt. Der jüngere Marc ist übrigens ein ausgesprochen begabter Sänger.

Morgen steht die Abreise Richtung Andorra an. Nach Aufpacken und Frühstück geht’s wieder los, nächste Etappe. Das war’s für heute. Euch eine angenehme Nacht. Bis morgen. Buenas Noches.

(Marc & Marc, die Einladung steht!)

Blogeintrag vom 23.06.2018

Nach Frühstück und Aufpacken geht’s los Richtung Süden. Einige Streckenabschnitte aus Marc’s Route fahre ich jetzt mit vollgepacktem Bike. Welch ein Unterschied. Viel kopflastiger, weit weniger Spaß.

Der ausgesuchte Campingplatz in Guils de Cerdenya (liegt direkt an der französischen Grenze und ganz nah an Andorra) ist hervorragend. Sauber angelegt, neue Gebäude, nagelneue Sanitäranlagen, Supermarkt, Restaurant, Pool, WLAN etc.

Eine kleine Herausforderung war der Zeltaufbau bei Wind. Aber alles geschafft. Die Managerin sagte mir, dass ich ausgerechnet heute das Glück hätte, einem lokalem Spektakel mit Feuerwerk beiwohnen zu können. Wie ihr euch denken könnt, war nach der Anstrengung eine kleine Stärkung notwendig. Man sieht, überall schön, überall Berge, überall Bier.

Die Spanier essen sehr spät, ab 21:00. Bei dieser Gelegenheit bekomme ich ein bisschen von der WM mit. Vor allem bei dem momentanen Ergebnis im Fussball. Das ist im Prinzip keine „Mannschaft“. Wir haben wohl viele gute Einzelspieler, aber keine g’scheide Mannschaft. Mein Tip, wir fahren heute nach Hause. Doch noch gewonnen. Na gut! Jetzt weiß ich auch, wofür der ganze Zauber hier veranstaltet wird. San Juan, der heilige Johannes, da Hans. Der scheint hier sehr verehrt zu werden. Den ganzen Spätnachmittag waren Böller und sonstige Kracher etc. zu vernehmen. Alle Gäste im Restaurant bekommen Süßes und Sekt, umsonst! Hernach gibt’s um 11 noch ein Feuerwerk. Bin schon gespannt.

Jetzt mußte ich auf Geheiß der Service- Lady den Kuchen und den Sekt kosten (mich wundert, dass mir dass so flott und weitgehend fehlerfrei vom Finger geht, bei Bier, Vino tinto und Sekt;-)). Eviva San Juan. Wenn’s so weitergeht, bin ich gespannt, ob ich mein Zelt noch finde. Aber in 7 min gibt’s Feuerwerk.

Feuerwerk, der gesamte Campingplatz läuft ca. 500m in die höher gelegene Ortschaft. Krass, die Katalanen lassen es für den Heiligen ganz schön krachen. Im Sinn des Wortes. Wie Sylvester im Sommer ;-))).

So das wars für heute. Morgen fahre ich nach Andorra und auf ein paar kleinere Pässe. Buenas Noches.

Blogeintrag vom 24.06.2018

Nach dem Frühstück hat mir mein Zeltnachbar, langhaariger Harleyfahrer, Projektmanager auf Auszeit und aus Salzburg,

einige schöne Strecken in Andorra gezeigt. Das Navi führte zuverlässig zu den Zielen.

zum niederknien schön, wie von der Postkarte.

Jolante durfte heute klettern. Bin vom d’Envalira Pass, 2400m, auf den Pic Maia, 2600m, raufgefahren. Gröbste Schotterstraße, für die GS kein Problem. Oben bin ich noch einige Kilometer teilgeschotterten Hochgebirgspfaden gefolgt, alles stehend (der Muskelkater grinst bereits). Der Wahnsinn ist, du kannst dann mit dem selben Bike, den selben Reifen, anschliessend weniger versierten Bikern auf den Passstrassen um die Ohren fahren. Chapeau, für die BMW Motorrad AG, Berlin-Spandau.

Da oben an der Kommunikationsstation, da war ich mit Jolante.

…hinteeern’m Horizoont geht’s weiter….   sang mal uns Udo, da im Hintergrund seht ihr einige Hochgebirgsweiden

im Hintergrund ist die Funkstation zu sehen

links unten seht ihr Pas de la Casa, so etwas wie die „Hauptstadt“ von Andorra, Mitte rechts die Passhöhe. Man(n) könnte auch ganz bequem im Tunnel unterhalb durchfahren, für g’scheide Biker aber eine Zumutung und 4 EUR teuer.

Man glaubt kaum, dass so etwas Zartes auf diesen Höhen über 2.500 m wächst, zähe Natur

Dies sind die finalen Eindrücke aus den Pyrenäen. Morgen geht’s nach dem Frühstück stracks nach Carcassonne.

Blogeintrag vom 25.06.2018

Nach einer ziemlich kalten Nacht (6 Grad) gings ganz früh an’s Packen.

Vor dem Frühstück habe ich noch organisiert, dass Jolante vorne neue Hufeisen bekommt. Das Kurvenräubern hat seinen Preis. Wie ihr seht, war das Negativprofil fast Null. Ich wollte mir unangenehme Situationen bei nasser Strasse an der Verdon Schlucht lieber nicht vorstellen.

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Wie schon Eingangs festgestellt, die haben in den Hochpyrenäen (3. höchster Berg Spaniens ist der Pico Aneto mit 3.404m)  immer noch eine Mege Schnee.

Am Col du Chioula gab’s eine kleine Stärkung und die Abschiedsfotos der Pyrenäen.

Am Spätnachmittag habe ich im Campingplatz mitten in der Stadt Carcassonne Quartier bezogen. Alles staubtrocken.

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Am frühen Abend bin ich dann noch auf die Cite de Carcassonne. Hab eine Weile gebraucht, dass die Festung gleich die Cite ist, was ja eigentlich Stadt bedeutet, ich aber nach Festung etc. gesucht habe.

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Der Ritter steigt nobel ab, es gibt tatsächlich ein Best Western Hotel in der Burg

Alles was ihr bisher an Ritterburgen gesehen habt, waren gegen Carcasonne Hundehütten, sofern man es noch nicht kennt. Das Ding ist gewaltig und hat einen doppelten Mauerring sowie noch eine Zentralfestung in Stadtmitte. Erbaut wurde es im XIII. Jahundert vom französischen König Philipp II. wegen.. ihr ahnt es schon, der Katharer. Dies war eine christliche Sekte und in Frankreich sowie Süd-Deutschland weit verbreitet. Im Kreuzzug von 1209 wurde die katharische Relegion (auch Albigenser genannt) auf Betreiben der katholischen Amtskirche ausgerottet und da Carcassonne deren Mittelpunkt war, sozusagen für den französischen König als Krondomäne ausgebaut und benutzt. Es ist eine Stadt in der Stadt, wird jährlich von ca. 4 Mio Touristen besucht, ist Weltkulurerbe und Europas größte Burg. Am Abend traf ich beim Fussball kucken im Campingplatz-Restaurant 2 Australier, die eine ausgedehnte Fahrradtour durch Südfrankreich machen.Einer mit dem Carbonrad, der andere mit einem old fashioned Stahlrahmen-Renner aus den 80er. In Frankreich reisen die Jungs mit dem Zug. Wir unterhielten uns über Fussball, Biken und den BREXIT.

Blogeintrag vom 26.06.2018

beim Frühstück traf ich meine Gesprächspartner von gestern Abend wieder, die 2 Australier. Wir wünschten uns gegenseitig alles Gute, and have a nice trip.

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ab gings in Richtung Nimes.

Ziel waren das Amphitheater und die Pont du Gard, beides phantastische Meisterwerke römischer Baukunst.

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Das Theater wird für verschiedene Veranstaltungen genutzt, momentan wird für ein Open Air Konzert aufgebaut.

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Ästhetisch eine Augenweide, die Brücke über die Gardone, „Pont du Gard“. Es flossen täglich etwa 20.000 cbm Wasser in die Stadt Nemausus (heute Nimes), für jeden Einwohner je 1 cbm. Die Ursprungsleitung führte zu 2/3 unterirdisch und der Rest über Äquadukte über ca. 50 km.

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Heute gliedert sich ein Wasser-Freizeitpark dem Historischen Park an

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Welche Baukunst, welche Maurer, 2000 Jahre alt, der Mörtel hält. Möchte wissen, ob unsere Betonbrücken in 2000 Jahren auch noch stehen. Vergleich hinkt ein bisschen, ich weiss, die Römer hatten keine Autos und kein Streusalz

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Nach der Besichtigung der hochinteressanten Bauwerke bin ich nach Riez, in der Nähe der Verdon-Schlucht, aufgebrochen, um mir am nächsten Tag diese anzusehen. Unterwegs bin ich unbeabsichtigt auf die ominösen Lavendelfelder gestoßen, wie der Zufall halt so spielt. Die sehen schon wirklich malerisch aus, Lavendel soweit das Auge reicht. Und was soll ich sagen, Bikers Paradise, Kurven, Kurven, Kurven….

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Diesmal wollte ich wieder mal meine ganzen Elektrogeräte aufladen und auch meinen Gliedern eine Wartung verpassen und bin deshalb beim göttlichen Löwen in Riez abgestiegen. Abends gab’s noch einen kleinen Imbiss in einem netten Lokal in der „Stadtmitte“.

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War so lecker wie es aussieht.

Blogeintrag vom 27.06.2018

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel habe ich gefragt, ob ich meine großen Gepäckstücke im Hotel lassen kann, um in der Verdon-Schlucht ein besseres Handling mit dem Bike zu haben.

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Ja und dann ging die Exkursion der Verdon-Schlucht los. Nach dem Austritt aus dem Gebirge fließt die Verdon in einen malerischen See.

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Ich bin die Route zuerst Flußaufwärts auf der rechten Seite gefahren, anschließend flussabwärts auf der linken Seite. So los gehts.

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Die ersten Eindrücke sind atemberaubend. Irgendjemand ist scheinbar in die Kiki verknallt, wenn das der Knut mitkriegt.

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Die Straßen schlängeln sich, teils direkt in den Fels gehauen, immer dicht am Abgrund entlang. Teilweise wurden Betonbalustraden angefügt, um einen vernünftigen Verlauf sicherzustellen. Sehr spektakulär. Aber es wird noch besser, thrilliger, adrenaliniger. 20180627_132221[1].jpgAm Wendepunkt der Strecken führt diese Straße über eine hohe Brücke. Dann dreht sich sozusagen die Fahrtrichtung. Vor Inangriffnahme der spektakulärsten Wegstrecken war natürlich eine Stärkung unerlässlich. Der Fluss fängt relativ unspäktakulär an.

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Die Straße windet sich auf der Flußabgewandten Bergflanke immer weiter empor und tritt an schwindelerregen Stellen ca. 600m oberhalb Wasserfläche über die Clippen und führt in abenteuerlichen Windungen dann talwärts. Nichts für schwache Nerven. Cool wie die Franzosen sind, gibt’s natürlich keine Leitplanken, sondern gemauerte Steinabgrenzungen mit ca. 60 cm Höhe und gelegentlich, ängstliche Naturen hören jetzt besser weg, ca. 20 cm hohe Betonstreifen. Neben einem Abgrund von ca. 400m. Ich kann euch glaubhaft versichern, dass ausnahmslos Alle, wirklich Alle, bei Abfahrt bergseitig weit rechts fuhren und bei Abfahrt talseitig möglichst nicht weit über die Mittellinien fuhren. Wer mich kennt, weiss, dass ich kein Angsthase bin, aber ich war heilfroh, dass ich meine großen Gepäcktaschen im Hotel lassen konnte. Wirklich krass. Nach dieser Exkursion der Verdonschlucht ging es zurück nach Riez, Gepäck abholen, dann weiter Richtung Küste. Richtung Küste wurde das Wetter immer schlechter. In einem Nachbarort von Nizza wollte ich den empfolenen und ausgesuchten Campinplatz „Hundert Eichen“ aufsuchen, um festzustellen, dass von diesem nur noch der Name auf einem Eingangsschild existiert. Was nun tun? Lt. Trip Advisor lag der nächste 10 min entfernt. Ok. nimmst halt den, in Anbetracht der fortgeschrittenen Uhrzeit.

oben links war mein Zeltplatz, nackte Erde, übersäht mit Steinen.

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Blogeintrag vom 28.06.2018

Nachdem es in der Nacht ein Gewitter gab, mußte ich am Morgen das nasse Zelt verstauen und dabei zusehen, mit den verschmutzten Stiefel (feuchter, rotbrauner Lehm) das Zelt nicht zu verdrecken. Bereits am frühen Morgen hatte ich das Bike nach der Morgentoilette in Fahrtichtung geparkt. Nach dem Aufpacken setzte ich mich auf das kopflastige Bike. Die Stiefel fanden fast keinen Halt wegen der Lehmschicht an der Sohle. Anlasser betätigt, klack, Anlasser betätigt, klack. Scheisse, Batterie leer. Ich hatte die ganze Zeit das Licht und Navi an. So was jetzt? Abpacken, wegschieben? Nein, es mus auch so gehen. Seitenständer runter, absteigen, Schuhe nochmal säubern, tief durchschnaufen und schiebend Rangieren. Endlich hatte ich Jolante an der abschüssigen Strecke, erster Gang, Kupplung. Rad blockiert, da die Straße noch nass war. Zweiter Gang, selbes Ergebnis, Dritter, selbes Ergebnis. Langsam ging mir die Straße aus. Da, kurz vorm Ende ein trockenes Stück, dritter Gang, Kupplung. Endlich, sie läuft. So, nun kommt aber was weniger Erfreuliches. Ich fahre langsam Richtung Nizza, als ich bemerke, mein Rucksack fehlt. Da fällt mir ein, dass ich diesen nur an den Gepäckrollen eingeklemmt hatte. Also umdrehen und suchen. Dabei bemerke ich eine junge Frau auf dem Gehweg, die einen Gegenstand möglichst klein zusammengefaltet in der rechten Hand trug. Ich erkannte sofort, mein Rucksack, schwarz mit neongelben Streifen. Ich winke der Frau beim Vorbeifahren und bleibe so 100m weiter stehen. Als ich mich umdrehte, war die Frau wie vom Erdboden verschluckt. Ich laufe zurück, keine Spur. Ich wollte jetzt nicht wegen eines 35 EUR Rucksackes die Polizei holen oder alle Häuser abklappern. Diebesgesindel. Meine (kurzfristig) schlechte Laune hat sich bei einem  Frühstück im Le Crocodile an der Promenade des Anglais gleich wieder gebessert. Das Wetter war saumäßig. Windig, regnerisch, so dass ich beschloss, meinen Aufenthalt an der Cote Azure um einen Tag zu verkürzen und gleich nach Italien zu fahren.

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Bei Mistwetter gings los

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Der Weg führte mich über Genua, Tortona, Mailand nach Como, wo mich während der Fahrt das Wetter-Glück erneut küsste und es ab Tortona sonnig und warm wurde, so dass ich die Regenklamotten wieder verstauen konnte.

Blick aus einem Autogrill Restaurant, Autobahn Genua-Mailand

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Nach Ankunft in Como bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein, befragte ich den Tripadvisor bezüglich guter und bezahlbarer Hotels. Er gab mir als Tip das Hotel Como, 4 Sterne für 140 EUR incl. Frühstück. Das Hotel hatte auch noch Zimmer frei. Du kannst auch ins Conti gehen und knapp 300 berappen. Apropos Rappen, jede Menge Schweizer hier, die haben ja auch nicht weit. Die Grenze ist nur einige Kilometer entfernt.

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Das Hotel liegt in der Altstadt von Como, ist modern ausgestattet und hat einen sehr freundlichen Service. Am Abend bin noch in den Nachbarort Cernobbio gefahren. In Harrys Bar wollten sie mir keinen Platz anbieten, alles sei reserviert. Nachdem ich an einer Strandbar kurz etwas gegessen hatte, war in Harrys Bar immer noch kein Gast zu sehen.

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Im Hintergrund das Restaurant Harry’s Bar, die mit den blauen Sonnenschirmen

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Ebenfalls zum Niederknien schön, der Comer See

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Blogeintrag vom 29.06.2018

Nach einem ausgiebigen Frühstück um 7:00 habe ich ausgecheckt und Jolante beladen. Die heutige Tour führt von Como, Lecco über die Bergamasker Berge nach Edolo. Hier gilt wieder, Bikers Paradise, Kurven ohne Ende. Von dort gings über den Tonale Pass, St. Pankraz, Lana nach Meran. Dort gab’s zum Abschluss der Reise noch einen Früchtebecher an der Passer, bevor der finale Rückweg über den Jaufen Pass, Sterzing, Innsbruck, Kufstein in Bad Endorf wieder sein Ende fand.

Tonale Pass, eigentlich wenig aufregend

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Meran, immer wieder einen Besuch wert, Jolante parkt an der Passer

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Rückweg über den Jaufen

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Kurzer Halt in Sterzing

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So, liebe Besucher, das wars. Der Road-Trip ist zu Ende. Es war eine weite Reise, ziemlich exakt 5.385 km. Quer durch halb Europa, unglaubliche Landschaften, verschiedene Vegetationszonen, viele interessante Begegnungen mit unterschiedlichen Menschen und Kulturen. Es war auch gleichzeitig eine Reise zu mir und für mich selbst. Ich kann jedem empfehlen, eine derartige Reise, einen Road-Trip, hin und wieder alleine oder zu zweit zu unternehmen. Per pedes, Fahrrad, Bike, Cabrio. Hier ist nichts gewiss, das meiste  hängt von dir selber ab, viel vom Zufall. Was es auch so faszinierend macht, Kälte, Wärme, Wind, Wetter, Strassenzustand, etc., alles unmittelbar. Ohne Netz und doppelten Boden, einfach ECHT! Einerseits hängt vieles auch von einer vorausschauenden Tourplanung ab, anderseits von Zufälligkeiten und Glück. Insbesondere in unserer so durchorganisierten und verplanten Welt wahrlich ein Geschenk.

Euer Alfons

Alfons_Bach

5 Kommentare zu „Hallo Leute, neugierig?

  1. Lieber Alfons, ist ja eine tolle Reise, wunderschöne Aufnahmen und viel Informationen über Land und Leute. Wünsch dir weiterhin eine gute Reise und immer ein gutes Ankommen zu deinem Zielen. Kiki

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  2. Liebe Alfons, ist bisher ja eine tolle Reise! Wunderschöne Aufnahmen und viel Informationen über Land und Leute. Wünsche dir weiterhin eine gute Reise, komm immer gut an deine Ziele an! Kiki

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    1. Hallo Christl, Danke für deine Wünsche und den netten Kommentar. Ja, es ist eine interessante und erlebnisreiche Reise. Schöne Orte, tolle Landschaften. Komme nächstes WE wieder zurück. Morgen ist Carcarssonne dran. LG Alfons

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